Spiele machen Killer?

Ich bin gerade restlos begeistert. Thomas Knuewer schreibt nebenan woertlich nieder was ich mir seit Jahren denke, wenn immer wieder diese Killerspieldebatte aufkommt. Ich bin es so masslos leid, mit Moerdern und Amoklaeufern in einen Topf geworfen zu werden, nur weil ich mich allabendlich mit Leuten die ich als Freunde bezeichne an meinem virtuellen Stammtisch der MMO-RPG-Klasse treffe.

Ich bin jetzt seit ca. zwei Jahrzehnten (also fast drei Viertel meines Lebens) im Besitz diverser Computer, und natuerlich den dazugehoerigen Spielen. Ich habe mich seit ich meinen ersten Walkman bekommen habe quer durch alle Musikrichtungen gehoert, darunter auch einige Jahre mit den diversen Techno- und Metal-Droehnungen. Ich lese seit Jahrzehnten Kriminalromane (gut, Agatha Christie hat jetzt nicht allzu blutig geschrieben), ich habe lange Columbo und aehnliche Mordserien im Fernsehen verfolgt. Komischerweise hat aus meinem Bekanntenkreis seither trotzdem niemanden ein gewaltsamer Tod ereilt.. erst recht nicht durch meine Hand.

Mein Vater hat jeden Abend mit Kollegen beisammengesessen und Biere konsumiert, ich sitze mit Gildenmitgliedern im Voicechat beisammen und stecke Schwerter in Drachen. Beide sind wir hinterher ein bisschen geistig freier, entspannter, ausgeglichener. Ihm macht das Bier die Leber kaputt, mir macht das Spielen angeblich das Hirn kaputt. Egal. An irgendwas muss man ja schliesslich sterben.

Scheissegal ob die letzten Amoklaeufer alle eine versaute Kindheit in verwahrlostem Elternhaus hatten. Scheissegal dass sie sich Schusswaffen und schlimmeres besorgen und zuhause lagern konnten ohne dass jemand was dagegen gemacht haette. Scheissegal dass sie jeden Abend im Fernsehn Horrorfilme schauen koennen, in denen Blut und Hirn nur so rumfliegt. Sie hatten Counterstrike auf dem Rechner. Das hat sie zu Moerdern gemacht.

Veröffentlicht in privat. 1 Comment »

Eine Antwort to “Spiele machen Killer?”

  1. teacher Says:

    Ich habe in den Sommerferien eine Fortbildung zum Thema „game based education“ gemacht.
    1. Spiele fördern die Intelligenz (und vieles mehr)
    2. Damit Gewalt von Computerspielen auf Menschen übergeht, bedarf es bestimmter Bedingungen, aber auszuschließen ist es nicht. In den meisten Fällen wäre diese Gewalt auch ohne Computerspiele aufgetreten.


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