Datenschaufleritis

Meine Arbeit im Bereich Digital Content Services bringt es mit sich, dass wir immense Datenmengen bewegen muessen. Anlieferung der Rohdaten von den Ton-/Filmstudios, Aufbereitung fuers Mastering, Weiterverarbeitung zum Cutting der Pressvorlagen, Formatkonvertierungen fuer die Internet-Musikshops usw. usf. – derzeit summiert sich unser Datenvorrat auf rund 600TB online in diversen SAN-Schraenken, und rund 4PB standby als Bandkapazitaeten. Diese Daten wollen natuerlich irgendwie von einem Rechner zum anderen kommen – und genau da manifestiert sich das Problem, dessen Beseitigung ich mir heute in die Todo-Liste setzen lassen habe.

Bisher laeuft das meiste davon intern ueber gescriptete FTP-Transfers, mit entsprechendem Verwaltungs-Overhead. Die Konverter-Maschinen holen die Daten per FTP auf ihre lokale Platte, verarbeiten den Kram, und liefern ihn wieder per FTP beim naechsten Server ab. Bei 50 Konvertern muss so ein Server also mindestens 50 gleichzeitige Verbindungen abkoennen, plus die Datenlieferungen die parallel dazu von aussen ankommen. Diese ungewoehnlich hohen Anforderungen sind dementsprechend schwer zu planen. (Fuer alle die jetzt denken „langweilig, mein PC mit $FTPserver-Freeware packt das auch – ich rede hier nicht von DSL-Geschwindigkeiten sondern weit im GBit-Bereich).

Irgendwann damals beim SCNA-Kurs habe ich mal gelernt, dass man pro MBit zu saettigende Netzwerkleistung rund 3 MHz CPU-Geschwindigkeit braucht. Dies wuerde bedeuten, dass ich eine der GBit-Karten mit 3GHz CPU-Power ausgereizt bekomme. Nur: diese Faustregel skaliert leider offenbar nicht unbegrenzt. Zumindest bekomme ich mit vier einigermassen belasteten 1GBit-Leitungen eine voll ausgebaute SunFire V880 (8x 1,25 GHz) leicht zum Schreien.

Momentan sieht’s so aus wie wenn das Problem am Protokoll haengt. Leider scheint nur FTP immer noch das performanteste der bisher getesteten zu sein.. damit bekomme ich durch eine 1GBit-Leitung immerhin rund 45 MB/sek durch. Irgendwie ein bescheidener Wirkungsgrad, und ich kann mir nicht vorstellen dass wirklich 2/3 der Leitung an Overhead verloren gehen. Mit NFS bin ich knapp darunter auf 40 MB/sek gekommen, SMB hat weit unten bei 25MB/sek rumgeduempelt. Bei einem Einzeltransfer auf unbelastetem Rechner, wohlgemerkt. Bei zwei parallelen Transfers hats schon anders ausgesehen.. FTP ist auf 40MB/sek Gesamtdurchsatz runter, NFS auf 50MB/sek rauf, SMB weit abgeschlagen bei nur noch 4MB/sek – jeweils getestet mit 1GB grossen Random-Dateien. Bei dem extremen Leistungseinbruch bei SMB bin ich noch nicht ganz sicher ob das an Samba liegt, oder ob der verwendete Windows-Client so beschissenes Paketscheduling betreibt. Ich wills aber glaubich garnicht wissen. Bei drei parallelen Transfers haben sich NFS und FTP wieder bei 45MB/sek getroffen.. SMB erwaehne ich aus Scham nicht mehr.

Bleibt im Endergebnis die Frage, woran kann ich noch rumtunen um mehr Daten durchzukriegen. Die CPUs langweilen sich, da liegt der Engpass also nicht. Bei 50MB/sek, also 400 MBit, duerfte die Netzwerkkarte auch noch Kapazitaeten frei haben. Beim Switch (Cisco Catalysts) gehe ich mal davon aus, dass er den Durchsatz schafft. Mit Paketgroessen werde ich am Montag mal bissl experimentieren.. im Gigabit-Ethernet sind ja Frames bis 8k moeglich.. mal schaun ob das was bringt. Dann ein bisschen am Kernel rumschrauben, Paket-ACK-Fenster vergroessern etc.. nur darf die Leistung halt nicht auf Kosten der Zuverlaessigkeit gehen. Wie schlimm ist eigentlich der Overhead bei HTTP?
Wenn jemand spontan eine Idee hat, bewerft mich damit 😉

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„Portable Software“

Meine Laune gegenueber diversen Open-Source-Programmierern verschlechtert sich irgendwie taeglich in letzter Zeit. Wer auf seiner toll herausgeputzten SF-Webseite was von „written to be as portable as possible“ faselt, sollte nicht auf der anderen Seite die Ansicht vertreten „es compiliert auf Linux und Cygwin, das ist doch Portabilitaet pur“. Leider greift diese Einstellung in letzter Zeit immer mehr um sich – muss wohl am steigenden Marktanteil von Linux liegen.

Meines Erachtens nach bedeutet Portabilitaet mehr als dass das Programm auf verschiedenen Linux-Distros baubar ist.. erst recht wenn man sein Projekt in der Unix/Posix-Kategorie eintraegt. Daher hier mal ein paar der mir am haeufigsten begegnenden Problempunkte (berufsbedingt natuerlich aus Solaris-Sicht):

  • Die Linux-/bin/sh ist keine Bourne-sh sondern eine bash. Wenn ihr schon irgendwelche Zusatzroutinen in die (eigentlich hochportablen) configure-Scripte oder autoconf-Vorlagen etc einbaut, oder selbstgebaute Build-Scripts verwendet, dann probiert das ganze doch mal mit ner echten Bourne-sh aus. Unter anderem so wichtige Konstrukte wie `test` haben in der bash unkompatibel verbogene Parameter (dazu-)bekommen, die auf Nicht-Linuxen Fehler produzieren und teilweise kacke zu debuggen sind.
  • Ihr seid nicht der alleinseligmachende Softwareanbieter. Es ist ja ein toller Service, wenn ihr ein paar Bibliotheken von denen euer Programm abhaengt im Sourcenpaket mitliefert – aber verlangt bitte nicht, dass man unbedingt eure Version benutzt. Buildscripts die z.B. sowas verbreitetes wie die zlib ausschliesslich in ihrem Sourcetree erwarten, sind broken by design. Es gibt genug portable Methoden, die Existenz von Bibliotheken zu pruefen – sei es durch Compilieren eines Dreizeilers der diese einbindet, oder durch Durchsuchen der durch LD_LIBRARY_PATH referenzierten Verzeichnisse. Alternativ kann man auch mal nach gelaeufigen lib-Pfaden googeln.. gibt genug Programmierguides die diese auflisten. Tip fuer Solaris: /opt/csw/lib, /opt/sfw/lib, /usr/sfw/lib sind immer einen Blick wert – hier installieren die sehr beliebten Paketanbieter sunfreeware.com und blastwave.org sowie die Solaris Companion-CDs massenweise OSS-Bibliotheken.
  • Wenn ihr fremde Bibliotheken mitliefert (siehe Punkt 2), prueft bitte doppelt genau ob diese auf dem Zielsystem schon vorhanden sind. Nichts ist nerviger als wenn Programme ploetzlich nicht mehr laufen, nur weil ein wohlmeinender Entwickler beim letzten make install ohne Rueckfrage Bibliotheken durch aeltere Versionen ersetzt hat. Diese Unsitte ueberlasst ihr bitte den Windows-Programmierern, die sind sowas gewoehnt 😉
  • Versucht bitte, die Optionen die euer Konsolenprogramm akzeptiert, einigermassen an gaengige Standards anzupassen. Dies heisst, -x fuer Kurzoptionen, –bla-fasel fuer Langoptionen. Mit Konstrukten der Art –CamelCaseOption=Wert steigert ihr nur die Chance, dass der Anwender sich verschreibt. getopt ist hierbei eine recht hilfreiche Bibliothek – man muss das Rad nicht case-sensitiv neu erfinden.
  • Bedenkt, dass OpenSource bedeutet, dass andere Leute euren Code lesen koennen, bzw. unter Umstaenden zwecks Korrekturen lesen muessen. Macht es ihnen nicht unnoetig schwer, und pflegt einen einigermassen lesbaren Programmierstil. Einrueckungen helfen viel. Kommentare auch. Sprechende Funktionsnamen noch viel mehr.
  • (bezugnehmend auf den letzten Punkt) Bitte haltet Texte und Funktionsnamen schmerzfrei lesbar. Englisch ist so eine tolle Sprache.. wieso mir dann augenkrebserzeugende Sachen wie „This Function Will Read An Input From The Command Line“ in einer Read_Input_Value_From_User_Function begegnen muessen, ist mir unverstaendlich. Entweder CamelCase _oder_ Unterstriche machen das ganze viel lesbarer – und im Englischen darf eh fast alles klein geschrieben werden. Binary-Namen sollten unbedingt komplett klein geschrieben und moeglichst kurz sein. Ein /usr/bin/megatollesallzweckprogramm nervt spaetestens beim naechsten ls.
  • Baut eure Source-Tarballs bitte inklusive dem euren Kram beinhaltenden Verzeichnis. Es nervt ziemlich, wenn ein tar xivf mir eure Sourcefiles quer ueber mein /home verteilt.
  • Kreuzt bei Sourceforge bitte nur die OS-Kategorien an, mit denen ihr eure Programm getestet habt (ggf. unter Zuhilfenahme der SF Compile Farm). „Wird schon laufen“ ist keine Grundlage.
  • Bedenkt, dass Linux teilweise Funktionen in anderen Bibliotheken untergebracht hat als andere Unices, und dass einige Funktionen garnicht vorhanden sind. Am haeufigsten begegnete Probleme: Linux hat fabsf, fpowf und andere float-to-float-Rechenfunktionen, Solaris bis 8 und HP-UX bis heute haben diese nicht. Hier kann man problemlos die Versionen ohne -f verwenden, diese liefern halt einen double  zurueck, was kein Verlust ist. Linux hat diverse Netzwerkfunktionen wie inet_aton/ntoa, gethostbyname etc in der libc, bei den meisten „echten“ Unices sind diese in Bibliotheken ausgelagert, die dem gcc mit -lnsl -lresolv bekanntgemacht werden muessen. Aehnliches gilt fuer „seltenere“ Rechenfunktionen und die mathlib -lm

Wer auch nur ein paar dieser Vorschlaege beherzigt und seinen Code mal auf derartige Schwachstellen durchsucht, wird bald einen grossen Schritt von „Laeuft auf allen Linuxen“ hin zu „Laeuft auf fast allem Unix-artigen“ machen koennen. Auch wenn ihr’s nicht fuer moeglich haltet, es finden die ungewoehnlichsten Programme manchmal den Weg auf meine Server. Unterschaetzt den Umfang eurer Zielgruppe nicht!

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Antiquitaetensammlung

An einem der ersten Tage bei Sony hatte ich beim Umgraben in unserem Hardwarefriedhof eine alte Sun Ultra 5 entdeckt. Heute habe ich mir endlich mal eine Stunde Zeit genommen und das gute Stueck vom Dachboden geholt. Nach einem mittleren Asthmaanfall aufgrund des massiven Staubbefalls habe ich nach Oeffnen des Deckels begeistert festgestellt, dass der Rechner offenbar vollstaendig ist. Ab aufn Schreibtisch damit, angekabelt.. laeuft an. Und dann der Schock… 32 MB RAM. Solaris 8 hat zwar trotzdem angenehm schnell gebootet, aber als Arbeitsrechner ist die Workstation so natuerlich nicht zu gebrauchen. Gleich mal einen Hilferuf in Richtung IT-Abteilung abgesetzt.. vielleicht haben die noch ein paar passende Speicherriegel herumliegen. Aber die Sorte wurde nur in U5 und U10 verbaut.. ich rechne mir keine grossen Chancen aus.

Irgendwie wurmt es mich jetzt, dass Sun bis vor wenigen Jahren nur eigenkonstruierte Speicherriegel verbaut hat. 50ns EDO-Chips mit ECC auf DIMM-Riegeln.. *seufz*

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Ich hasse Notes!

Der Ueberschrift ist eigentlich nicht mehr viel hinzuzufuegen. Hats mich bei meinem letzten Job schon ziemlich angenervt (Notes ist irgendwie das Gimp unter den Mailprogrammen… alles muss anders sein auf Teufelkommraus, egal wie sehr sich der Benutzer von anderen gleichartigen Programmen umstellen muss. Benutzerunfreundlichkeit und Unlogik an allen Enden.), hats mir heute endgueltig das Kraut ausgeschuettet.

Ausloeser des Chaos waren vermutlich zwei Sonderzeichen in einem Mailordnernamen.. jedenfalls ist nach dem Umtaufen dieses Ordners ploetzlich alles voll Fehlermeldungsfenster gewesen (18 Stueck, alles irgendwelche Exceptions in Regel-Plugins etc). Schlau wie ich bin, habe ich den Ordner wieder zurueckumbenannt, in der Hoffnung dass dann wieder Ruhe ist. Denkste. Ab dann kamen diese 18 Meldungsfenster jedes Mal wenn ich eine Mail in der Liste angeklickt habe. Notes neustarten – Fehler bleibt. Rechner neustarten – Fehler bleibt. Hat das amoklaufende Plugin offenbar wichtige Dateien zerlegt. Gut, die Mails liegen eh auf dem Server, also mal eben den Notes-Client neu draufziehen. Dachte ich.

Notes deinstallieren? Geht nicht, gibt weder ein Uninstall-Programm noch einen Eintrag in der Systemsteuerung/Software. Ergo, Handarbeit angesagt. Verzeichnis loeschen, Lotus-Eintraege aus der Registry killen. Notes ausm Netz neu installiert. Anklicken.. Logo kommt.. und verschwindet wieder. Drei Fehlversuche spaeter, entnervt starte ich den Installer erneut und ziehs nochmal drueber. Anklicken.. Fehler in blairgendwas32.dll. Sauer. Browser angeklickt um nach dem Fehler zu googeln.. Fehler in blubandere5.dll. Tolles Popupfenster „Folgende Systemdateien wurden durch unbekannte Versionen ersetzt:…bla“. Hat der tolle Lotus Installer offenbar quer im Windows Systemverzeichnis rumgeschmiert. Wiederherstellung unmoeglich, weil durch den zweiten Installationsversuch auch der dll-Cache der Systemsicherung zuverlaessig ueberschmiert worden war.

Also verbringt man mal eben vier Stunden damit, den Arbeitsplatzrechner neu aufzusetzen, mit allem was dazugehoert. Ich hab ja sonst nix zu tun. Gottverdammtes Scheissdrecks-Notes.

Hat eigentlich jemand spontan eine Idee, was bei Notes kaputt sein kann, wenn Mailfilterregeln nur gelegentlich bis zufaellig ausgefuehrt werden? Ich bekomme am Tag etliche hundert Mails von diversen Ueberwachungsdaemons die eigentlich nach Absendern getrennt in Ordner verschoben werden sollen… nur irgendwie werden einige Mails garnicht verschoben und bleiben im Posteingang, andere landen im verkehrten Ordner.. obwohl die Regeln eigentlich exakt eindeutig definiert sind. (nix kompliziertes.. einfach nur „wenn Titel enthaelt ‚Logwatch‘ oder Absender ist ‚Nagios‘ dann verschiebe nach Ordner Monitoring“)

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So langsam wirds ernst

Zumindest war beim heutigen Abteilungsmeeting desoefteren mein Name auf der Liste der Zustaendigkeiten. Langsam aber sicher werde ich in Geschaeftsablaeufe eingebunden, und so allmaehlich bekomme ich auch einen Durchblick durch die ganzen Projekte und Kuerzel und Ansprechpartner. Irgendwie ein gutes Gefuehl, wenn man nach so kurzer Zeit schon aktiv was beitragen kann – haette nicht gedacht dass ich da so schnell reinkomme.

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Nobody expects…

… the spanish inquisition!

Dafuer habe ich in den letzten Tagen einiges ‚expect’ed.. und muss feststellen, expect is n verdammt geiles Werkzeug.

Wir haben so grob 18 Rechner,  auf denen monatlich die Passwoerter von acht verschiedenen Pseudo-Usern ausgetauscht werden muessen. Natuerlich nicht alle User auf jedem Rechner, sondern insgesamt bunt gemischt. Bisher hat sich da immer einer von uns ne Stunde oder zwei hingehockt, auf jeden Rechner eingeloggt und die Passwoerter von Hand geaendert. Irgendwo kommt da natuerlich das Verlangen, das ganze zu automatisieren.  Also hab ich in den letzten Tagen meine Idle-Zeit damit gefuellt, ein Script um expect zu stricken, das die ganze Aktion erledigt. Erst die Rechner und User sortieren und die neuen Passwoerter abfragen, dann die alten Passwoerter abfragen (bzw. das durchrotierte Praefix, der Hinterteil ist das Inventarkuerzel des Rechners und fix im Script eingetragen), und dann pro Rechner eine ssh-Session spawnen, su und root-Passwort eingeben, und die passwd-Eingaben fuer die zu aendernden User simulieren.

Insgesamt reduziert sich damit die Zeit fuer die monatlichen Aenderungen von ~3h auf 5min.. ja, durchaus ein geiles Tool.

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Inf Clan Sanct Key

Nach immensen vier Monaten haben wir es endlich mal geschafft, zumindest die Haelfte der Leute die einen Inferno Garden-Key brauchen zusammenzukriegen.. und just in dem Moment als wir anfangeen zu kloppen, kriegt mein Provider einen Lag-Verbindungsabbruch-Paketverlust-WirnervenmalunsereKunden-Anfall. Das ganze Jahr perfekte Leistung, und ausgerechnet in der einen Stunde wo ich keinen LD haben darf, spinnt die Leitung.

Sie habens aber nicht geschafft.. mein Shade hat seinen Key grade in der Tasche 😉

Tolle Belohnung gabs auch.. 220er Stunproc-Nano. Dass das Ding unskillbar ist, verraten wir jetzt mal niemandem… 1050 Punkte PsyMod fehlen. Wo ich die von 190 bis 220 hernehmen soll, ist mir schleierhaft.

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Erste Woche

Nun habe ich also die erste Woche hinter mir, und vielleicht sollte ich in ein paar Zeilen Resumee ziehen.

Sicher war die Woche vielleicht wenig repraesentativ – zumindest hoffe ich dass Desaster im Serverraum nicht signifikant oft vorkommen. Ansonsten wars fuer eine erste Woche recht normal. Das uebliche Gewirr im Hirn wenn die anderen ueber Rechner und Abteilungen und Programme reden mit deren Kuerzel man noch nichts anfangen kann, das uebliche Einpendeln in Zeitablaeufe und „Rituale“, der uebliche Kampf gegen mein grenzwertig schlechtes Namensgedaechtnis – erst recht wenn bei zehn Leuten drei den gleichen Vornamen haben.

Insgesamt bin ich aber sehr begeistert.. die Kollegen sind freundlich und kommod, die Arbeit nicht uebermaessig stressig. Bei K hatte ich unterbewusst immer wieder nach der Uhr geschielt wann denn endlich Schluss ist, jetzt bei Sony laeuft alles so gemuetlich dahin dass ich es oft nicht merke wenn ich schon wieder deutlich in die Ueberzeit reinkomme. Man kann sagen, ich bin voll zufrieden mit meiner Situation.

Was mich noch etwas gruebeln laesst, ist mein Unwissen in einigen Gebieten. Zu lange liegen meine praktischen Erfahrungen zurueck als dass ich noch einfache Scripte auswendig herunterbeten konnte wie zuletzt bei SZ, als ich taeglich an den Sun-Servern gebastelt habe. Ich habe mittlerweile meine U2 wieder in Betrieb genommen, und versuche moeglichst schnell wieder fluessig zu werden mit den grundlegenden Administrationsaufgaben, aber es wird sicher einige Zeit dauern – und nachdem mein „Chef“ ja auch ein gewisses Schulungsbudget zugesichert hat, hoffe ich mal, dass ich dieses Jahr noch einen Ausflug zu Sun machen kann, um mich auf Solaris 10 upzudaten. Je eher desto besser – man will ja endlich richtig produktiv taetig werden koennen.

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Bewerbungen

Nachdem es gerade nebenan im Bestatterblog kontrovers diskutiert wird, denke ich, sollte ich hier auch mal das Thema Bewerbungen aufgreifen. Immer wieder interessant, wie bei diesem Thema zwei Welten aufeinanderprallen.. einerseits der „boese Personalchef“ der niemanden einstellen will, andererseits der „faule und unfaehige Bewerber“ und diverse andere.

Ich bin nach zwei Jahren Arbeitslosigkeit nach dem Studium (und rund 250 verschickten Bewerbungen) nun seit einer Woche in Arbeit, und das in meinem absoluten Traumjob.. haette ich frueher aufgegeben, wuerde ich wohl bald in einem vom Amt verordneten „zumutbaren Zwangsjob“ mein Dasein fristen. Allein ueber dieses Gesetzeskonstrukt des zumutbaren Jobs koennte ich Seiten bloggen – und habe ich schon Stunden mit meinem Betreuer beim Amt gestritten. Sicher mag es fuer die Vermittler gut sein dass es dieses Gesetz gibt – gibt es ihnen doch die Sicherheit, sich nicht wirklich um die Arbeitssuchenden kuemmern zu muessen, sondern ihnen einfach nach einem Jahr irgendwas zwangszuverordnen was grade dringend weg muss. An die Firmen, und erst recht an die Arbeitssuchenden hat bei dem Gesetz vermutlich niemand gedacht. Mir wurde auf dieser Gesetzesbasis unter anderem ein Job als Parkplatzwache und ein anderer als Katalogaustraeger vorgelegt, welche ich erst nach Drohung mit dem Sozialgericht wirksam ablehnen „durfte“. (Wir erinnern uns.. ich bin frisch studierter Informatiker!) Nun stellen wir uns mal vor, ich wuerde brav und unterwuerfig mich dort als Parkplatzwache bewerben. Entweder, der Personalchef schickt mich wegen Ueberqualifizierung heim (und ich darf das dann gegenueber dem Amt rechtfertigen), oder ich bekomme den Job. Ich will den Job aber nicht. Dementsprechend laeuft es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nach wenigen Tagen oder Wochen auf eine Kuendigung raus, und das Spiel faengt von vorne an. Dadurch entsteht neuer Papierkram, dadurch entsteht dem Arbeitgeber dem ich zugewiesen werde eine Menge Aufwand und Kosten, und die Stelle ist immer noch nicht besetzt. Verluste auf der ganzen Linie, aber der Arbeitslosenverwalter beim Amt hat ein Kreuzchen mehr im Kalender bei „erfolgte Vermittlungen“.

Das letzte halbe Jahr habe ich in einer Art Selbsthilfegruppe des Arbeitsamtes verbracht, und habe da die Bewerberschicksale einiger dutzend Arbeitssuchenden mitbekommen – und oft die Welt nicht verstanden. Teilweise haben sich auf eine Stelle zwei oder drei von „uns“ beworben, und die Stelle ging schliesslich an den den wir am schlechtesten geeignet hielten. Teilweise bekamen zwei oder drei Leute die gleichen Absagebegruendungen, obwohl ihre Kenntnisse unterschiedlicher nicht haetten sein koennen – scheiss faule Personalchefs die nur Vordrucke werfen, scheiss Politiker fuer das Gleichstellungsgesetz.

Ich habe selbst schon bei Absagen die eigentlich fachlich hervorragend gepasst haetten bei Firmen angefragt woran es denn gescheitert ist.. aber ausser „das duerfen wir Ihnen aus rechtlichen Gruenden nicht sagen“ war nichts herauszubekommen. Toll.. wie soll der Bewerber sich denn dann ggf. bei der naechsten Chance verbessern? Mit einer ehrlichen Antwort wie „Es lag am ungepflegten Auftreten“ oder „Wir muessen seine koerperliche Belastbarkeit fuer den Job anzweifeln“ waere den Bewerbern viel mehr geholfen – sei es dass man eventuell einen anderen Job anstreben sollte, oder dass man den Kandidaten vor dem naechsten Termin mal gemeinsam etwas herausputzt.

Von meinen 250 Bewerbungen habe ich rund 80 per Brief versandt (ordentliche Mappe, aufgeklebtes Bild, Materialaufwand inkl Porto 5-6Eur), davon habe ich SECHS zurueckbekommen, davon ZWEI in einem Zustand dass man sie weiterverwenden haette koennen. Ansonsten – Eingangsstempel uebers Foto, Knicke, Heftungen, Notizen(!). Nachfragen haben fast immer ergeben „Die Unterlagen wurden bereits vernichtet“ (danke auch.. ist ja nur mein Geld), oder „Die Unterlagen verbleiben bei unseren Akten, vielleicht kommen wir noch auf Sie zurueck.“ (klar, wer’s glaubt. Rundablage.) Das Arbeitsamt hat mir zwar eine Bewerbungskostenbeihilfe zugesichert, aber nur gegen Versandbestaetigung der Post (Einschreiben?!), und maximal fuer 1 Bewerbung pro Woche – andererseits wollte man aber 10 Bewerbungen pro Monat vorgelegt sehen, als Nachweis fuer das aktive Interesse an einem Job.

Wir haben den Jobsuchenden immer die Bilder gescannt und auf guten Anlagen auf die Deckblaetter gedruckt – aber was uns da teilweise an aelteren Bewerbungen gezeigt wurde, hat mir oft die Haare zu Berge stehen lassen. Schreibfehler schon im Firmennamen, Flecken, Knicke, verworrener Satzbau, Zeugniskopien schief und abgeschnitten. Kein Wunder dass das nicht ankommt. Dementsprechend viel Zeit investierten wir dann auch in die Neuerstellung. Genauso grauenhaft sieht es aber leider auch bei den Firmen aus.. mir wurden Zeugnisse zum Scan vorgelegt, auf denen die Namen der Bewerber falsch geschrieben waren, Zahlendreher in den Arbeitszeitraeumen (die zu Loechern im Lebenslauf fuehren, die schwer glaubwuerdig zu erklaeren sind), oft in schlechtestem Deutsch, schief auf schlechte Briefboegen kopiert etc. Viele Firmen geben offenbar einen Dreck darauf, was sie ihren Mitarbeitern auf den weiteren Lebensweg mitgeben. Weg ist weg. Ich weiss nicht mehr, bei wievielen Firmen ich in dem halben Jahr angerufen habe, und im Namen der Teilnehmer ein neues Zeugnis angefordert habe, weil das vorhande in untragbarem Zustand war. Gut dass das sechs Monate lang rechtlich verpflichtend moeglich ist.

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Rauchende Rechner

So.. nach zwei Stunden Ueberzeit endlich daheim. Heut isses echt drunter und drueber gegangen. Eine kleine Ueberspannung weil die Haustechniker an der USV herumschrauben, und schon gehen ein paar Server bzw. deren Netzteile wortwoertlich in Rauch auf. So war die ganze Abteilung eigentlich den ganzen Tag damit beschaeftigt, Schadensbegrenzung zu betreiben. Stundenlange Diskussionen mit den Haustechnikern ueber Ursachen und Fehlersuche, waehrenddessen sich gegenseitig auf die Fuesse treten beim Versuch, noch funktionierende Netzteile zu ermitteln und aus den Server zu looten was noch zu retten ist um damit zumindest die kritischsten Systeme moeglichst schnell wieder ans Netz zu kriegen und den Produktionsausfall klein zu halten. Ein paar Stunden Vorlauf haben die ja.. aber wenn die aufgebraucht sind, kostet jede ruhende Stunde zigtausend Euro. Die Kosten fuer eiligst zu beschaffende Ersatzteile will ich noch garnicht abschaetzen – meines Erachtens eh ein selbstgemachtes Problem. Bei den sechs oder acht verschiedenen Server-Baureihen die wir haben, haette man zumindest ein oder zwei Netzteile und aehnliches ausfalltraechtiges Material auf Lager legen muessen. Die schoenste Online-Redundanz hilft halt nix, wenn beide Exemplare abrauchen.. da muss noch Offline-Redundanz im Schrank liegen, zumindest fuer die wichtigsten Rechner. Nunja, hinterher ist man immer schlauer.

Bin ja auf morgen gespannt, wenn die Techniker von Sun und IBM aufkreuzen und kistenweise Teile reinkarren. Fuer mich heissts erstmal Feierabend.. und Haare waschen, um den Geruch von verschmorten Platinen wieder rauszukriegen.

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