Verdammtes Obst

Ich bin knapp davor, dass ich meinen geschenkten iPod via ebay entsorge. Ich verstehe nicht, wieso so viele Leute so wahnsinnig geil auf die Dinger sind, mich bringt er noch um den letzten Nerv.

Gestern und heute geschmeidige 9 Stunden Arbeit investiert um den iPod ueberhaupt mal mit Musik befuellen zu koennen.. soviel habe ich noch bei keinem Objekt der Unterhaltungselektronik gebraucht ums zum Laufen zu bekommen.

Warum? Ganz einfach:
iTunes 32bit laeuft nicht auf 64bit Windows. iTunes 64bit laeuft erst ab Vista64. Ich habe Windows XP64. Also zuviele Bits fuer die XP-taugliche Version, und nicht vista’ig genug fuer die 64bit-Version.
Aber nachdem ich hier sowieso kein iTunes draufhaben wollte (siehe letzter Post), dachte ich mir, ich installier mir einfach den CopyTransManager und befuelle den iPod damit. Tja, gute Idee, wenn man nicht mit der Idiotie der Apple-Programmierer gerechnet hat.

Erste Erkenntnis: Der CTM braucht trotzdem die iPod-Treiber um das Geraet via USB ansprechen zu koennen (wir erinnern uns: Apple schafft es nicht, dass sich der iPod als ganz normaler Massenspeicher anmeldet). Die gibts aber nicht einzeln runterzuladen, sondern nur als Bestandteil von iTunes. Also den mittlerweile wieder geloeschten iTunes-Installer nochmal runtergeladen (sind ja nur 100MB.. mit 1Mbit DSL eine echte Freude), von exe auf zip umgetauft, mit WinRAR aufgemacht um die darin enthaltenen MSI-Dateien rauszuziehen. (Wers nachmachen will: man braucht die ApplicationSupport.msi und die MobileDevices.msi) Die ApplicationSupport.msi laesst sich problemlos installieren, die MobileDevices.msi beschwert sich dass sie gerne auf Vista laufen moechte. Also Microsoft Orca heruntergeladen, damit kann man MSI-Pakete bearbeiten.. und damit alle Referenzen auf LaunchConditions und VersionMin=600 rauswerfen – und schon laesst sich auch das Treiberpaket installieren. Ich war kurz am Ueberlegen, die bearbeiteten Treiberdateien hier anzubieten, aber ich habe keine Lust auf eine Abmahnung.. drum muss die Anleitung ausreichen.

Einige Stunden spaeter meldet sich der iPod mit seiner wahren Identitaet im Geraetemanager.. ich war begeistert. Dann hab ich ja bald Musik drauf. Also CopyTransmanager gestartet, er erkennt den iPod… „No iPod library was found.“ – WTF? Soll er halt eine anlegen… geht nur leider nicht. Mit etwas rumgooglen hab ich dann rausgefunden, dass diese Datenbank von iTunes bei der Registrierung angelegt wird, und nicht anders geht. „If you don’t want to install iTunes, just use the PC of any of your friends…“ – tolle Wurst.

Nachdem ich aber keinen Freund mit iTunes habe, hab ich dann doch auf die Schnelle aus alten Teilen einen PC mit XP32 zusammengestoepselt, iTunes installiert und das verdammte Teil aktiviert. Das geht natuerlich nur, wenn man sich auch einen Account beim ITMS anlegt.. und dafuer muss man ja nur seinen halben Lebenslauf und mehr Finanzinformation als bei der Steuererklaerung angeben. Egal, die Daten liegen ja nur in USA, die werden schon gut gesichert sein… haha. Irgendwann muss ichs ja sowieso angeben, spaetestens wenn ich doch mal ne App oder Musik aus dem ITMS kaufen will. Aber bis dahin wirds ja noch ne Zeit lang dauern.

Oder auch nicht. iTunes gestartet, iPod initialisiert und registriert. „Software-Update gefunden: von v2.1.1 auf v2.2.4 – Jetzt kaufen fuer nur 1,99 Euro!“ – WTF? Softwareupdates sind kostenpflichtig?! Sowas kann sich auch nur Apple erlauben. Egal, der iPod war umsonst, da kann man ja mal zwei Euro investieren. Eine Stunde und 400MB spaeter (was zur Hoelle packen die da rein dass das iPod-OS 400MB gross ist?! Meine Win2k3-CDs haben weniger drauf…) war das Update drauf, der iPod rebootet… schon meldet iTunes: „Software-Update gefunden: von v2.2.4 auf v3.1.3 – Jetzt kaufen fuer nur 4,99 Euro!“ – Gehts noch? Wieso bekomme ich nicht gleich das 3.x.x Update angeboten? Scheissdrauf, den zwei Euros noch fuenf weitere hinterhergeworfen, die naechsten 400MB Download abgewartet, und endlich bescheinigt mir iTunes dass der iPod auf dem aktuellen Stand ist.

Bett.

Heute mal am normalen PC angekabelt, CTM gestartet.. juhu, er erkennt den iPod. Von 8GB sind 6,99GB nutzbar – aha, da sind also die 2x 400MB hingegangen. Egal, reicht auch.
Mal nen Stapel Alben draufschieben… naechste Erkenntnis: der iPod kann nicht mit Verzeichnissen umgehen, sondern packt alles in seine flache Datenbank rein, was natuerlich bedingt dass die ID3-Tags gut gepflegt sind. Sind sie bei mir natuerlich nicht, weil meine Player seit Jahren mit Verzeichnissen umgehen koennen. Gut, ich habe sinnvoll benannte Verzeichnisse (Artist – Albumtitel, drin dann Nummer – Titel), da sind die ID3-Tags nur drei Klicks im Tag&Rename entfernt. Nun hab ich also endlich Musik drauf.. und bei der Gelegenheit festgestellt dass der iPod wider Erwarten einen Lautsprecher drin hat. Ok, „laut“ isses nicht, und mehr als „sprechen“ kann die Quaeke nicht, aber da geht in so ein kompaktes Geraet auch nix besseres rein. Mit Kopfhoerern klingts dann doch deutlich besser.

Mal bissl rumexperimentieren… OK, die Eingabehilfen und Autokorrektur gleich mal abschalten, die sind noch deutlich hirntoter als das T9 in ueblichen Handies. WLAN ist angenehm einfach zu konfigurieren (wenn man weiss wo man seine WEP-Key notiert hat…) aber extreeeem langsam. Ich weiss nicht, was Apple da falsch gemacht hat, aber bei 11MBit WLAN an 1MBit DSL ist sicher nicht der Access Point der Flaschenhals. Die Youtube-App braucht fuer ein low-res Video von 3 Minuten fast eine Viertelstunde zum Downloaden, das Notebook zieht den gleichen Film in etwas ueber 30 Sekunden. Die ICQ-App hat nur 5 Minuten gedauert.. dafuer dauert dort das Senden einer IM fast zehn Sekunden bei drei Zeilen. Aber nachdem der iPod nicht multitaskingfaehig ist, ist der ICQ Client eh nur eine Notloesung.. sobald man nach Home und/oder in eine andere App wechselt oder nur mal ein anderes Album auflegen will, wird man ausgeloggt und bekommt keine Nachrichten mehr mit. Also nur fuer exklusive Chatsessions, nix fuer nebenbei. Naja, vielleicht kanns ja das iPod OS 5.0 in drei Jahren oder so. Das ist mir dann auch nochmal fuenf Euro wert.

Bis dahin werde ich wohl nie verstehen, wie die Leute so fanatisch nach den i-Geraeten sein koennen. Gut, der iPod sieht ganz stylish aus, aber so gnadenlos umstaendlich ist der nicht wirklich alltagstauglich. Und erst der Preis… wenn man ihn nicht gerade geschenkt bekommt, ist man mit 200 Euro Minimum dabei. Dafuer wuerde man von anderen Herstellern deutlich bessere und einfachere MP3-Player mit viel mehr Platz bekommen.

(Wenn mir jetzt noch jemand verraet, wie man unnoetige Apps vom Homescreen wegbekommt, waer ich sehr dankbar. Ich will weder mailen noch Aktien handeln, aber offenbar ist ICQ die einzige App die ich entfernen duerfte wenn ich wollte…)

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Sunnige Musik

Manchmal hab ich doch Glück im Unglück…
Ich war ja kuerzlich mal wieder bei Sun zur Schulung. Eigentlich haette dieser Kurs bereits im Dezember stattfinden sollen, aber aufgrund einer Fehlplanung musste er auf Januar verschoben werden. Und genau da liegt mein Glueck: Durch diese Verschiebung fiel der Kurs in die Frist einer Promo-Aktion, bei der Sun allen Kursteilnehmern im Januar einen iPod schenkt. Und der war gerade in der Post. 🙂

Nun steh ich nur vor einem Problem… es gibt kein iTunes fuer Solaris. Ich hoffe mal, ich bekomme einen der OpenSource-iPod-Management-Tools brauchbar compiliert. Auf meinen neuen Notebook kommt mir definitiv kein iTunes drauf. Die negativen Erfahrungen die ich damit schon gemacht habe, sind extrem abschreckend (das tolle Bonjour das man da zwangsaufgedrueckt bekommt, hat mir hier die halbe Infrastruktur zerkonfiguriert. UPnP ist toll![tm])

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Mehr neue Hardware

Eigentlich wollte ich nur mal eben ein Notebook konfigurieren damit mein Chef es mir zum Arbeiten bestellen kann.. aber dann hats mir so gut gefallen dass ich mir privat auch gleich eins bestellt habe: Ein Sony Vaio W-Series.
Superleicht (1100g mit dem Longlife-Akku), angenehm flott mit Atom 1,66Ghz Dualcore und 2GB RAM, und trotz des kleinen 10″ Displays eine angenehm hohe Aufloesung von 1360×768. Die Leistung reicht grade gut aus um fluessig SD-Filme schauen zu koennen, und natuerlich zum Arbeiten, fuer Office und Web – und superguenstig mit 280 Euro (Vorfuehrgeraet, regulaer 380 Euro). Das Ganze steckt in einem sehr edlen silber-weissen Gehäuse, das angenehm robust verarbeitet ist, aber trotzdem schnell und einfach Zugriff auf alle austauschbaren Teile bietet.
Einziges Manko: Es gibt offenbar keine amerikanische Tastatur dafuer (zumindest nicht auf ebay etc zu finden, und der Sony Web-Support ist unterirdisch schlecht).

Serienmaessig ist WinXP drauf, aber ich pack mir da wohl noch eine zweite Partition mit Solaris x86 dazu.. sobald ich rausgefunden habe wie ich das hinbiegen kann ohne die Recovery-Partition zu verlieren. Zur Not wird das Recoveryzeug halt auf DVD gebrannt.

Sony Vaio W-Serie

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Tonnenweise Hardware

… wurde mir heute vor die Tuer gekarrt – und meine Freude ist nahezu grenzenlos.

Wir haben zum Jahreswechsel eine Reihe Web-Angebote aus einem norditalienischen Berg wieder ins eigene Haus zurueckgeholt, und dadurch wurde die ganze outgesourcete Sun-Hardware frei. Drum stand heute ein Lastwagen vor der Tuer, der hier zwoelf volle lila Racks abgeladen hat. Vier Dutzend Server aller Groessenordnungen, zwei Schraenke mit Storage und jede Menge Netzwerkkram… einfach traumhaft. Endlich genug Material um ein schoenes Testlabor aufzubauen. Die Liste mit geplanten Experimenten ist ja schon relativ lang:
* Sun SAM-QFS Shared Filesystem mit Tape-Archiv als Alternative von AMASS
* StorNext Storage Manager als Nachfolger von AMASS
* Tricks und Tuningmassnahmen aus meinem letzten Kurs ausprobieren
* Erstellung eines Toolkits fuer Lasttests auf unsere Produktivumgebung
* Testumgebung fuer Patches und Tools die fuer Live interessant sein koennten

Ich bin dann mal die naechsten Tage am Schrauben……. 😉

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