Chronos endlich erneuert

Nachdem mir vor einigen Monaten mein treuer Linux-Server chronos nach fast zehn Jahren Dauerbetrieb eingegangen ist (die Notebookplatte hat beschlossen, die Koepfe abzuwerfen), wurde es Zeit fuer Ersatz.. und jetzt ist er endlich fertig.

Der alte chronos war ein Baby-AT Board in der Schachtel einer Sun SparcStation IPX (Pentium 233 MMX runtergetaktet auf 200, mehr konnte das Board nicht, 64 MB EDO-RAM), der neue sollte natuerlich in der Optik in nichts nachstehen. Schliesslich habe ich mich an ein aelteres embedded Board Wafer 5823 erinnert, das auf dem Platz einer 3,5 Zoll HDD einen NatSemi Geode GX1 mit 300 MHz, On-Chip-Grafik, 512 MB SDRAM, Dual Netzwerk und einen Compact Flash Slot unterbringt. Erst wollte ich das Board in die alte Sparcstation-Box reinschrauben, aber dann ist mir eine schicke externe LaCie USB-Festplatte gestorben, und mit ein bisschen flexen, bohren und schrauben war das Mini-Board da relativ leicht reinzubringen. Design by Neil Poulton – was gibts schoeneres auf den Schreibtisch… (wer zur Hoelle ist Neil Poulton?!)

Die Linux-Installation war eine Qual.. nicht wegen Linux, sondern wegen dem passenden Speichermedium. Wenn schon CF-Slot, dann muss da auch das Betriebssystem auf eine Karte installiert werden. Garantiert mir wenigstens dass dieser Rechner nicht wieder an einem Headcrash sterben wird.
Nunja.. ich hatte die Rechnung ohne die Kartenhersteller gemacht. Es ist offenbar mittlerweile sehr „in“, die Partitionstabelle und das Dateisystem im Flash fix einzubrennen.. keiner weiss warum. Drei Karten SanDisk Ultra I/II/II in verschiedenen Groessen, eine Transcend… „billig“ aus Ebay gezogen… und bei allen meinte der Debian Installer „I/O error, unable to write partition table. Can’t create ext3fs on /dev/hdc1“. Windows 2000 liess sich aber problemlos installieren. WTF?! Was kann der Windows Installer, was der Linux Installer nicht kann?! Der SanDisk Support meinte nur lapidar „Our Ultra CF cards are not supposed to be used as boot media.“ Und irgendwann fiel mir der Unterschied zwischen den neuen SanDisk Ultras und der original draufgesteckten SanDisk 32MB war: Der kleine Stempel „Industrial“ auf letzterer… also die SanDisk Ultras in der Digicam versenkt und eine SanDisk Industrial ersteigert – und schon klappts mit dem Linux. Der zweite Kontakt zum SanDisk Support brachte die Erleuchtung: Die Ultras haben einen Wear Levelling Algorithmus im Controller, der speziell auf das Blockbelegungsverfahren von FAT32 abgestimmt ist, waehrend der bei den Industrials alle Bloecke gleich behandelt. Haette man natuerlich auch als Tip beim ersten Ticket dazuschreiben koennen…

Wenige Tage spaeter, und das Debian Linux ist installiert und einen brauchbaren Zustand abgespeckt. Wieso da im Vergleich zu anderen Unices alles so kompliziert sein muss, werde ich nie verstehen, aber so isses halt. Eigentlich wollte ich ja Solaris x86 installieren, aber das kommt leider mit dem Geode GX1 nicht klar. Dann halt doch Linux.
Nur noch das Netzwerk ein bisschen abdichten damit mir die Kiste nicht aufgebohrt wird, die alten Tools vom Vorgaenger wieder drauf (eggdrop, irssi..) und dann kann die Schachtel ans Netz. Mal schaun ob sie aelter wird als der Vorgaenger…

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